Vögel in Neuseeland
Das sterbende Paradies – Wo Vögel nicht mehr fliegen wollten
Weiße Sandstrände so weit das Auge reicht oder lieber die steinige, raue Küste mit bedrohlich rauchenden Vulkanen am Horizont? Bevorzugen sie das weite Meer mit einer atemberaubenden Unterwasserwelt oder lieber seelenruhige Bergseen in unberührter Natur?
Ein Abenteuer in der flachen Steppe und danach eine Klettertour auf den schneebedeckten Gipfel des Mount Cook, dem höchsten Berg des Landes.
Neuseeland bietet alles was das Abenteurerherz begehrt. Der Tourismus boomt. Immer mehr Menschen wandern ans Ende der Welt aus, um sich einen Traum zu erfüllen und dort zu leben wo andere ihren Urlaub verbringen. Seit 1956 hat sich die Zahl der Einwohner verdoppelt. Trauriger Nebeneffekt: ein Drittel der ursprünglich einheimischen Vogelwelt wurde ausgerottet. Mehr als 70 weitere Vogelarten sind vom Aussterben bedroht.
Vor ca. 80 – 100 Millionen Jahren trennte sich Neuseeland vom massiven Superkontinent Gondwanaland ab und driftete in den Südpazifik. Isoliert vom Rest der Welt und ohne menschliche Bevölkerung entwickelte sich eine einzigartige wunderschöne Tierwelt.
Außer dreier Fledermausarten lebten keine Säugetiere auf der Inselgruppe. Unter den Reptilien und Amphibien war einzig die Brückenechse von nennenswertem Körperwuchs. Weite Gebiete von fruchtbarem Buschland sorgten für eine faszinierende Anzahl seltener Vogelarten, die die Vorherrschaft über das Land gewannen.
Es heißt, als James Cook 1769 Neuseeland betrat, sangen die Vögel so laut, dass seine Mannschaft Schwierigkeiten hatte die Segelkommandos zu hören. Das hinderte ihn jedoch nicht daran, das Land im Namen des britischen Königs George III. in Besitz zu nehmen. Damit sollte der Gesang schon bald verstummen. Im Laufe ihrer Entwicklung wurden Flügel, durch fehlende natürliche Feinde vor denen sie fliehen mussten, für heimische Vögel überflüssig.
Einige Arten wurden flugunfähig, darunter der Kiwi, das neuseeländische National- und Wappentier, oder der ausgestorbene Moa, mit bis zu drei Metern Höhe der größte bekannte Vogel. Als sich die Maori und später auch die Europäer auf der Insel niederließen, begannen sie die Vögel zu jagen. Eingeschleppte Säuger wie Wiesel, Ratten oder Possums, massive Waldrodung, der Verlust von Lebensraum führte zu einer tragischen Aussterbewelle, die bis heute andauert.
Der Erhalt der Artenvielfalt ist zum erklärten Ziel der neuseeländischen Regierung und der Naturschutzbehörde geworden. Die Frage ist jedoch, zu welchem Preis? Possums, die 1840 eingeführt wurden, gelten als Staatsfeind Nummer Eins. Die als Plage verschrienen, flauschigen Beuteltiere vertilgen in einer Nacht zusammen bis zu 20.000 Tonnen Pflanzen. Sie sind zum Abschuss freigegeben. Gift scheint die einzige Möglichkeit mit der „Plage“ fertig zu werden.
Der erste fallende Dominostein war jedoch der Mensch. Darf er nun über Leben und Tod anderer Lebewesen richten?
Kristina L.

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Neuseeland Vögel